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... mit dem Hamburger Ausbil- dungspreis, damit Berufswahl und Ausbildung zur selbstbestimmten Lebensweggestaltung werden...

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... für Achtsamkeit und Mitgefühl in Schule und Gesellschaft.

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... mittels Stipendien damit junge Menschen ihr volles Potential entwickeln können.

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...mittels Kursangeboten, die Ein- blicke in eigene Kapazitäten, sowie in Berufsfelder bieten.

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Wissen oder Was

Begabtenförderung in sozialen Brennpunktgebieten

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Wissen oder Was - eine Präsentation zum Programm
Wissen oder Was – eine Präsentation zum Programm

Olek macht in der Schule nie richtig mit. Er nervt die anderen Kinder, er hat eher schlechte Noten. Er baut einen Kompressor ohne Anleitung auseinander und auch wieder zusammen. Olek findet Schule doof, weil man da nichts „Richtiges“ lernt. Paul ist sprachgewandt, kreativ und selbstsicher. Paul will zum Fernsehen und ein Star werden. Was ein Produzent, ein Regisseur, ein Redakteur, ein Kameramann oder ein Tontechniker ist, weiß Paul nicht, und auch nicht, dass man „beim Fernsehen“ eine ausbildungsbegründete Karriere machen kann.

Aisha ist 8 Jahre alt und besucht die 3. Klasse der Grundschule. Dort ist sie aufgefallen durch außergewöhnliche Leistungen in Mathematik und einer hohe Auffassungsgabe. Aisha hat Potential, sie ist besonders begabt, sie ist fleißig. Aisha will später nicht in der Kantine arbeiten, wie ihre Mutter, oder im Supermarkt wie ihre Schwester. Alternativen kennt sie aber nicht.

Hohes Potential und doch keine Zukunftsperspektiven

Jedes Kind hat das Recht, sich seinen Begabungen entsprechend entfalten zu dürfen, unabhängig von Einkommensgruppe oder Kulturkreiszugehörigkeit. Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern und/oder mit Migrationshintergrund haben häufig geringere Chancen, als besonders begabt entdeckt zu werden und diese Begabungen entfalten zu dürfen. In sozialen Brennpunktgebieten ist der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund besonders hoch. Die Erfahrung zeigt, dass die Teilnahme dieser Kinder an außerunterrichtlichen Bildungsprogrammen besonders niedrig ist. Das Potential jedes motivierten oder begabten Kindes ist auch ein Potential für die Zukunft unserer Gesellschaft. Nur durch adäquate Förderung können die Zukunfts- und die Integrationschancen dieser Kinder und Jugendlichen erhöht werden. Das wollen wir durch innovative Ansätze im Rahmen von Begabtenfördermaßnahmen erreichen.

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Das Projekt „Wissen oder Was – WoW“ ist ein Schritt in diese Richtung: Die Hemshorn Stiftung hat in Kooperation mit der Beratungsstelle besondere Begabungen (BbB) des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg das „WOW“ Begabtenförderprogramm an staatlichen Schulen in sozialen Brennpunktgebieten entwickelt. Im Rahmen des Projekts werden nachmittags an den Schulen Enrichmentkurse angeboten, die vertiefende und realitätsbezogene Zusammenhänge aus verschiedenen Wissensdomänen vermitteln. Exkursionen zu Wirtschaftsunternehmen, Medieneinrichtungen, Produktionsstätten etc. sind ebenfalls Bestandteil der Kurse. Dort erhalten die Jugendlichen praktische Einblicke in verschiedene Berufsfelder. Durch die Auswahl der Kursleiter, die z. T. selbst einen Migrationshintergrund haben, wird sichergestellt, dass sie für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen können. Neben dem Wissenserwerb und dem Aufzeigen von Perspektiven werden in den Kursen vor allem auch die personellen Kompetenzen, wie die Lernmotivation und das Selbstwertgefühl, gestärkt. Wir hoffen dabei auch, dass wir die Kinder für akademische Berufe begeistern und somit ihre Schullaufbahn entscheidend beeinflussen können.

Das Projekt wurde zum Beginn des Schuljahres 2009/10 entwickelt und zunächst an zwei Hamburger Grundschulen erprobt. Im Schuljahr 2010/11 wurde das Projekt auf vier weitere Schulen (zwei Grundschulen und zwei Stadtteilschulen) ausgeweitet. Insgesamt wurden dabei sieben Kurse durchgeführt, in denen 51 Schülerinnen und Schüler gefördert wurden. Im laufenden Schuljahr wird das Programm an fünf Schulen mit über 80 Kindern umgesetzt (Grundschule Edwin-Scharff-Ring, Stadtteilschule Bahrenfeld, Gymnasium Allee, Goethe Gymnasium; Stadtteilschule Richard-Linde-Weg). Im Jahr 2012 sind zudem Ferienintensivkurse in Kooperation mit der Jungen Volkshochschule geplant.

Zukunftsperspektiven, soziales Gleichgewicht, Mangel an Führungskräften – all dies sind Themen, die unsere Gesellschaft sehr beschäftigen. Zu Recht!

Der wachsende Mangel an Fach- und Führungskräften stellt für die Zukunft unserer Wirtschaft eine ernstzunehmende Herausforderung dar, der wir mit sofortigen Maßnahmen langfristig gerecht werden müssen. Das Projekt „WoW“ eröffnet Kindern aus sozialen Brennpunktgebieten schon zu Beginn ihrer Bildung Perspektiven in Bezug auf ihre berufliche Zukunft und ihren Beitrag in der Gesellschaft. Die kulturkreisübergreifende Erfahrung innerhalb der Arbeitsgruppen, der direkte Kontakt zu Referenten aus verschiedensten Kulturkreisen, die ihren beruflichen Werdegang darstellen, sind ein innovativer Ansatz, Integration und Leistungsstärke gleichzeitig zu fördern. Die Zukunft von Olek, Paul und Aisha ist auch die Zukunft unserer Gesellschaft! Es liegt an uns, diese Potenziale heute zu fördern und in positive Bahnen zu lenken, um für uns alle gute Zukunftsaussichten zu schaffen. Wir sind sehr dankbar für den motivierten Einsatz unserer engagierten Kursleiterinnen und Kursleiter, für die gute Zusammenarbeit mit den Schulen und die Unterstützung durch alle unsere Förderer: Nur dadurch sind die Umsetzung und der Ausbau des Programms möglich.