Erste Ergebnisse und Feedbacks zum WoW Projekt
WoW Projekt geht in das 2te Halbjahr
Seit September 2009 werden die Kurse Architektur und Medien an 2 Schulen in sozialen Brennpunktgebieten durchgeführt.
Der Einstieg in die Ausbildung und in den Beruf fällt oft schwerer bei jugendlichen aus sozial schwachen Familien und/oder mit einem Migrationshintergrund, weil die schulischen Lernerfolge oft zu gering sind, keine Ziele, keine Perspektiven vorhanden sind. Werden die jungen Menschen erst begleitet, wenn er sie diesem Punkt angekommen ist, kann es sehr schwer sein effektiv etwas zu verändern.
Aus diesem Grund setzt WoW wesentlich früher an: in den Kursen Architektur und Medien werden die Bedeutung dieser Bereiche für unser Leben verdeutlicht und Berufsbilder aus diesen Bereichen dargestellt, sowie die Relevanz von Lerninhalten für diese Berufe erfahren. Damit wird das Lernverhalten frühzeitig und nachhaltig verändert, Interesse geweckt, Ziele & Perspektiven geschaffen.
Insgesamt 40 Kinder & Jugendliche nehmen zurzeit an den nachmittags stattfindenden Kursen teil, die berufsorientiertes Wissen vermitteln und praktische Lernerfahrungen bieten. Die Schüler werden von Mentoren motivierend begleitet, um die oft schwachen sozialen Kompetenzen, Durchhaltevermögen und das Selbstwertgefühl der Kinder zu fördern. Das Projekt fördert durch die gemeinschaftliche Lernerfahrung die kulturgruppenübergreifende Integration und Kommunikation.
Die Kurse werden von berufserfahrenen engagierten Journalisten/innen & Architekten/innen geleitet. Es werden Projekte erarbeitet, Modelle gebaut, Interviews geführt, Artikel geschrieben und Ausflüge zu TV Sendern, Museen und Firmen unternommen.
Die teilnehmenden Kinder setzten die Anweisungen der Kursleiter sehr gut um, engagieren sich und lernen gemeinschaftlich zu arbeiten.
Im ersten Halbjahr wurde deutlich, wie wichtig die Begleitung durch die Mentoren/innen¨ist. Aus diesem Grund haben wir zum 2ten Halbjahr eine Mentorenstelle für jeden Kurs geschaffen. So wird eine engere Zusammenarbeit mit den Kursleitern und eine intensivere Betreuung der Kursteilnehmer/innen möglich.
Profile & erste Berichte der Kursleiter/innen finden sie unter Aktuelles.
WoW - Begabtenförderung in sozialen Brennpunktgebieten
Wissen Oder Was ?
Lerne was Du willst und bau Dir deine Zukunft.
Programm zur Förderung von besonders begabten, hochbegabten und besonders motivierten Schülern an staatlichen Schulen in sozial benachteiligten Stadtteilen..
1. Konzept:
An staatlichen Schulen werden nachmittags Kurse angeboten, an denen besonders begabte Schüler/innen, hochbegabte Schüler/innen und auch besonders motivierte Schüler/innen freiwillig teilnehmen.
Die Kurse bieten ein innerschulisches Enrichmentprogramm für Kinder & Jugendliche an Schulen in sozialen Brennpunkten, das die Zukunftsperspektiven der Teilnehmer nachhaltig verbessert.
Die Kurse stehen nicht im Bezug zum Lehrplan, vertiefen aber die Inhalte & Themen des Unterrichts und sind ausgerichtet unterschiedliche Interessen und Begabungen zu fördern.
Die Teilnehmer werden in der Regel durch die Lehrer nominiert, können aber auch von den Eltern angemeldet werden. Die inhaltliche Auswahl erfolgt in enger Kommunikation mit den Mentoren.
Schulen in sozialen Brennpunkten haben faktisch einen besonders hohen Migrantenkinder Anteil. Die Erfahrungen aus bereits bestehenden außerschulischen, staatlichen Nachmittagskursen zeigen, dass diese von Migrantenkindern kaum genutzt werden, daher ist es wichtig diese Gruppe besonders gezielt anzusprechen (*2.b). Auch landesvergleichende Untersuchungen, wie die Pisa E Studie zeigen, das in Ländern mit hohem Migrantenanteil, die Kinder und Jugendlichen aus Migrationsfamilien weniger Leistungszuwachs haben. Daraus ergibt sich, dass eine besonders gezielte Ansprache der Kinder dieser Gruppe wichtig ist, um ihre Anteilnahme an Fördergruppen zu erhöhen und damit auch ihre Zukunftschancen zu verbessern, sowie den Integrationsprozess zu fördern.
Die angebotenen Kurse werden von Kursleitern (siehe 3.b) durchgeführt. Die Kursleiter können Lehrkräfte in der Ausbildung, Fachpersonal, Arbeitslose und pensionierte Arbeitskräfte, Wissenschaftler mit langer Praxiserfahrung auf ihrem Gebiet sein.
Die Kinder & Jugendlichen werden zudem durch Mentoren (siehe 2.a & b) begleitet.
2. Mentor/in
a. Aufgabe
Die Mentoren stellen die Schnittstelle zwischen Lehrkörper, Schülern und Förderprogramm dar. Einerseits sind die Mentoren Ansprechpartner für die Schüler in Fragen der freiwilligen Bildung, Begabungs- und Interessenförderung. Andererseits leiten Lehrer Schüler, die besondere Interessen, Begabungen oder Motivationen aufweisen an die Mentoren weiter. Die Mentoren besprechen dann Fördermöglichkeiten, platzieren die Schüler in entsprechenden Kursen und begleiten diese motivierend in ihrer Entwicklung. Die Mentoren sind auch Vertrauensperson, Entwicklungscoach und, in einem gewissen Maße, Rollenmodel für die Schüler, die sich für dieses Programm öffnen.
b. Profil
Die Mentoren sollten 2 x mal wöchentlich 4 Stunden in der Schule den Schülern, Eltern, Kursleitern und Lehrern zur Verfügung zu stehen.Sie sollten Studenten höherer Semester nicht nur prädestinierter Studiengänge (Pädagogik, Psychologie, Lehramt, Soziologie) sein oder eine entsprechende Ausbildung bereits absolviert haben.
Ein großes soziales Verantwortungsgefühl und der Wunsch aktiv an der Verwirklichung eines größeren sozialen Gleichgewichts und einer verstärkten Integration mitarbeiten zu wollen sind grundlegend. Einfühlungsvermögen, Toleranz , Kommunikationsstärke unerlässlich.
Die Motivation durch die Mentoren ergibt sich auch aus der persönlichen Vorbildposition, die so ein Ansprechpartner für die Kinder & Jugendlichen einnehmen kann. Der persönliche Hintergrund, der Werdegang, die Erfahrungen bzw. Zielsetzungen der Mentoren eröffnen Perspektiven für Kinder & Jugendliche, die in ihrem Umfeld positive Rollenmodelle vermissen und oftmals keinen Ansprechpartner zu Themen wie Interessenschwerpunkte, Schule, Zukunft und Bildung haben oder selten positive Resonanz auf Lernerfolge erfahren.
Um die große Gruppe der Migrantenkinder besonders gezielt mit diesem Programm zu erreichen sind Mentoren mit Migrationshintergrund besonders wichtig um Identifikationsmöglichkeiten, positive Rollenmodelle und Motivationsanreize zu schaffen.
c. Ausbildung
Die Mentoren absolvieren eine Schulung, die pädagogische Anleitung bietet, interkulturelles Training, <personname w:st="on">Info</personname>rmation zur Erkennung von besonderer Begabung und Hochbegabung liefert, Moderationstechniken vermittelt, sowie die Programmstruktur und Verfahrensweise verdeutlicht.
Diese Schulung wird von engagierten Fachkräften aus den Bereichen der Begabtenanalyse, Forschung und Förderung, Pädagogen und Psychologen in Wochenendseminaren durchgeführt werden.
3.Kursangebot
a. Inhalte
Das Kursangebot orientiert sich an Begabungsdomänen, sollte vielfältig, realitätsbezogen und zukunftsorientiert sein.
Die Kurse sind in 5 generelle Richtungen einzuteilen:
- Naturwissenschaftlich- technische Fähigkeiten
- Sprachliche Fähigkeiten mit Kommunikations- und Diskussionstraining.
- Soziale & gesellschaftliche Fähigkeiten mit Schwerpunkten im Bereich Moderne Medien – Massenkommunikation – Darstellung
- Mathematisch- räumliche Fähigkeiten mit Einblicken in die Betriebs- & Volkswirtschaftslehre.
- Kunst- Theater- Musik-öffentliches Sprechen
Die Kurse knüpfen an bestehende Kurse an, und sollten fachübergreifende Zusammenhänge vermitteln (z. B. betriebswirtschaftlich relevantes Rechnen, physikalische & chemische Fakten zur Umweltkrise, Politik – wie funktioniert das? TV Karrieren – wer macht was? Drehbuchschreiben, graphisches Arbeiten auf dem Computer, Theaterstück auf Deutsch & Türkisch). Einzelne Projekte können auch gruppenübergreifend durchgeführt werden.
Zudem sollte angestrebt werden Entspannungs- und Konfliktlösungsprogramme anzubieten, Yoga, Tai Chi, Meditationstechniken..
b. Außentermine
Es sollten ebenfalls Ausflüge organisiert werden, die den Kursteilnehmern Einblicke in fachspezifische Interessenbereiche gewähren. ( Börse, Handelskammer, Studio Hamburg, Planetarium, Herstellungsbetriebe)
c. Ergebnispräsentation
Die Ergebnisse der Kurse sollen in einer Präsentation durch die Teilnehmer dargestellt werden. Das wird zum einen innerhalb der Schule vor Eltern, Freunden und Lehrern stattfinden, kann aber zudem auch in einer öffentlichen Darstellung präsentiert werden.
b. Kursleiter
Die Kurse werden von Studenten der entsprechenden Fachrichtungen gehalten, von Arbeitlosen aus den entsprechenden Berufssparten, von Pensionären mit geeigneter Berufserfahrung und Fachkräften, die entsprechenden Unterricht anbieten. Alle Kursleiter sollten auch Rollenmodelle sein, ihre persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse in adäquater Form einfließen lassen, sowie die Kinder & Jugendlichen motivieren und inspirieren ihren eigenen Weg zu finden und an sich selbst zu glauben.
Die Auswahl der Kursleiter in der Kooperation mit der BbB. sichert die Qualität der Kurse.
4.Wirkungskreis
Die Förderprogramme sollen nach erfolgreichem Abschluss des Pilotprojektes zunächst an staatlichen Hamburger Schulen in sozial schwachen Gebieten angeboten werden. Langfristig ist eine Ausweitung auf staatlich anerkannte Schulen in privater Trägerschaft angestrebt.
5. Pilotprojekt
Das Pilotprojekt zum Schuljahresbeginn 2009 wird an einer zielgruppenrepräsentativen Schule durchgeführt werden. Das LI-Q (Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung , Abteilung Qualitätsentwicklung und Standartsicherung) wird eine Evaluation zur Auswirkung des Förderprogramms durchführen, die es den Initiatoren erlaubt die Vorgehensweise beurteilen und ggf. anpassen zu können.
6. Initiatoren & Sponsoren
Das Förderprogramm ist ein Kooperationsprojekt der Beratungsstelle besondere Begabungen (Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung) und der Hemshorn Stiftung (Förderung von besonders begabten Kindern aus sozial schwachen Familien).
Die Hemshorn Stiftung hat das Projekt initiiert und ist aktiv in die Konzepterstellung, Planung und Begleitung des Projektes eingebunden.
Die BbB sichert als fachkompetente Stelle die Entwicklung eines von der Form und vom Inhalt her sinnvollen, effektiven Konzeptes und einer kompetenten Durchführung.
Kooperation und finanzielle Unterstützung von anderen Instanzen, sowie sozial engagierter Wirtschaftsunternehmen gewährleisten ein attraktives Kursangebot und direkte Einblicke in erfolgreiche Unternehmen.
Kontakt:
Nicola Hemshorn - Bowen
Vorstandsmitglied & Projektleitung der Hemshorn Stiftung
Tel. 040 48 37 78
projektleitung(a)hemshorn-stiftung.de
Jan Kwietniewski
Leitung Beratungsstelle besondere Begabung im Landesinstitut für Lehrerbildung & Schulentwicklung
Tel. 040 4 28 84 22 07
jan.kwietniewski(a)li-hamburg.de
www.li-hamburg.de




